Haushaltsbefragung ist Stadtgespräch

Der Einladung der Bürgergruppen konsENZ und DIVaN in die Gaststätte Ibili folgten am vergangenen Mittwoch zahlreiche Einwohner*Innen, die sich über die derzeit laufende Haushaltsbefragung zum Leitbildprozess austauschen wollten. An den Gesprächen beteiligten sich neben Citymanagerin Kathleen Mahn, auch der Bürgerbeteiligungsbeauftragte der Stadt Vaihingen Jörn Eichhorn, der seit zwei Monaten im Amt ist, sowie Stadträtin Elena Magdalena de la Fuente (BbV) und Stadtrat Peter Schimke (Die Linke).

BürgerInnen diskutieren über die Haushaltsbefragung im Leitbildprozess.

Um die Haushaltsbefragung als hervorragendes Mittel einer breiten Bürgerbeteiligung noch mehr in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken, haben konsENZ und DIVaN, deren beider Kernthema Bürgerbeteiligung ist, dem Fragebogen ein eigenes Stadtgespräch gewidmet.

So konnten sich die teilnehmenden Einwohner*innen gemeinsam über die Zukunft Vaihingens Gedanken machen. Schon für die erste Frage “Mit welchen Stichworten würden Sie einem Fremden Vaihingen an der Enz beschreiben?“ gab es zahlreiche Antworten. Es zeigte sich, dass es hier sehr unterschiedliche Wahrnehmungen gibt:

Von „verschlafen“ bis hin zu „einer schönen Stadt mit großem Potenzial“ war alles vertreten.

Beim Thema „Handel und Wirtschaft“ fehlten den Anwesenden in Vaihingen mehr besondere Läden mit beispielsweise regionalen Produkten. Ebenfalls genannt wurden unter anderem ökologische Bekleidung und Naturprodukte, plastikfreie Spielwaren, Blumenladen oder Einrichtungs- oder Dekoläden. Dass Einkaufsmöglichkeiten nicht alleiniger Magnet sind, zeigten weitere Wortmeldungen, die mehr Begrünung, Wohlfühl- und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt benannten. Darunter fällt eine einheitliche oder harmonisierende Außenbestuhlung und Sonnenschirme. Bei „Erholen und Umwelt“ fielen den Teilnehmenden Biergärten und ausreichend Grün in den Zentren ein. Außerdem sei ein umweltschonendes Energie- und Abfallmanagement enorm wichtig.

„Wir können uns Dachziegel nicht mehr leisten, auch nicht beim Denkmalschutz – die Dächer müssen blau und schwarz sein, sprich in den Farben von Solarmodulen leuchten“, ist der Kleinglattbacher Ingenieur und Techniklehrer Josef Foglszinger überzeugt.

Auch ein Pfandsystem auf Verpackungen wurde vorgeschlagen – hier könnten Filialisten, wie die Bäckerei Katz oder Burger King, mit gutem Beispiel vorangehen. Einen wirtschaftlichen Vorteil gebe es für die Läden obendrauf. 

Bei der Gartenschau waren sich die Teilnehmer*innen einig: Es braucht eine nachhaltige Planung, damit die Gartenschau über das Jahr 2029 hinaus für Vaihingen wirken kann. Einige BürgerInnen äußerten den Wunsch, das Enßle-Areal in die Gartenschauplanung mit aufzunehmen, andere wollten die Bürgergärten auch nach der Gartenschau für die Öffentlichkeit zugänglich halten. Einigen BürgerInnen fehlte die IBA, Internationale Bauausstellung, auf dem Fragebogen. Private Initiatoren hatten sich Anfang des Jahres bei der IBA erfolgreich beworben.

Beim Thema Mobilität sollten mehr Anreize für den ÖPNV geschaffen werden und „ein Radwegsystem vorhanden sein, das nicht immer wieder im Nirvana endet“, so Betriebsrat i.R. Armin Knust. „An manchen Stellen ist das Radfahren sogar gefährlich. Ich bin überzeugt, dass mit ein bisschen gutem Willen und einem Eimer Farbe, günstig und ohne großen Aufwand diese Situation schnell verbessert werden könnte“, forderte der passionierte Fahrradfahrer aus der Kernstadt. Einen guten Abschluss bildete die Frage: „Welche Themen sind Ihrer Meinung nach in der Gesamtheit in den nächsten 15 – 20 Jahren besonders wichtig für die Entwicklung von Vaihingen an der Enz?“ Klimawandel beachten, ein integriertes Stadtentwicklungskonzept anstreben und für die Teilortbewohner durch gemeinsame Aktionen eine Identifikationsmöglichkeit als Gesamtstadt Vaihingen zu schaffen, ohne die einzelnen Besonderheiten aufgeben zu müssen, resümierten die Gäste des sechsten Stadtgesprächs. 

Bürgerbeteiligungsbeauftragter Jörn Eichhorn warb dafür, nicht nur den eigenen Fragebogen auszufüllen, sondern auch im persönlichen Bereich mit Nachbarn, Freunden und Kollegen ins Gespräch darüber zu kommen. Möglichst viele Einwohner*innen Vaihingens sollten bis zum 2. Dezember ihre Meinung kundtun, damit das Ergebnis der Umfrage aussagekräftig sei. Außerdem bat er darum, sich zahlreich mit der beiliegenden Postkarte zu bewerben, so dass die 140 durch Los gewählten Bürgervertreter*innen einen repräsentativen Querschnitt der Einwohnerschaft abbildeten. Der Aufwand für den einzelnen Bürgervertreter belaufe sich auf nur zirka drei bis vier Abendtermine im kommenden Jahr und sei damit also durchaus überschaubar, antwortete Eichhorn auf Nachfrage aus dem Publikum.

Hier geht’s zu den Ergebnisse:

Zu Frage Nr. 1 : Mit welchen Stichworten würden Sie einem Fremden Vaihingen an der Enz beschreiben?

Zu Frage Nr. 11: Welche Angebote fehlen Ihrer Meinung nach in der Gesamtstadt Vaihingen an der Enz?
Zu Frage Nr. 13:
Wie könnte man Ihrer Meinung nach die Innenstadt weiter verbessern?
Zu Frage Nr. 20:
Welche Themen sind Ihrer Meinung nach besonders wichtig für eine nachhaltige Entwicklung der Gesamtstadt Vaihingen an der Enz?
Zu Frage Nr. 22:
Welche Anregungen haben Sie für die Gartenschau 2019?
Zu Frage Nr. 25:
Was müsste sich Ihrer Meinung nach für eine bessere Mobilität verändern?
Zu Frage Nr. 26:
Welche 5 Themen sind Ihrer Meinung nach in der Gesamtheit in den nächsten 15 – 20 Jahren besonders wichtig für die Entwicklung von Vaihingen an der Enz?



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