IBA – kritisch hinterfragt

Der Einladung zu gleich zwei Diskussionsabenden der Bürgergruppe konsENZ im August beim Strandleben folgten zahlreiche BürgerInnen. Dabei ging es unter anderem um die Bewerbung des Baugebiets Kleinglattbach Süd II bei der Internationalen Bauausstellung, kurz IBA.

“Die BürgerInnen in Vaihingen haben Redebedarf”, resümiert konsENZ-Vertreter Malte Plath. Die Stadtgespräche waren mit rund 50 Teilnehmern pro Abend sehr gut besucht. Derzeit brisantes Thema ist neben dem Dauerbrenner B10 bei Enzweihingen, auch die Bewerbung des Baugebietes Kleinglattbach Süd II bei der Internationalen Bauausstellung, die bis 2027 in der Region Stuttgart läuft. Die Initiatoren Familie Sanders-Groeneveld und Dr. Thomas Dippel haben ihr Projekt erfolgreich in der IBA platziert. Wie es nun weitergeht und ob es die IBA auch in Vaihingen an der Enz geben kann, entscheidet der Gemeinderat im Herbst. 

Wie wollen wir künftig leben?

Langfristig bezahlbarer Wohnraum dank genossenschaftlicher Eigentumsmodelle oder gar Pachtverträgen auf Lebenszeit, altersgerechtes Wohnen gleich neben Apartments für junge Familien, fußläufig zu erreichende Arbeitsplätze sowie Nahversorgung und zukunftsweisende Bauweisen sollen die Schwerpunkte in dem IBA-Projekt in Kleinglattbach sein. “Ein Reihenhäuschen mit Garten wird es wahrscheinlich nicht geben”, sagte Derk Groeneveld bei der Veranstaltung “IBA – kritisch hinterfragt” und ergänzte: “Bei knappem Wohnraum und den Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt, brauchen wir innovative Wohnformen und ein Umdenken, wie wir künftig leben wollen”. Das Baugebiet soll gemeinsam mit der Bürgerschaft und Experten von der IBA entwickelt werden. Einen Zeitplan gibt es bereits, allerdings funktioniert dieser nur, wenn die Stadt sich in absehbarer Zeit für die IBA entscheidet. Wie das Gebiet aussehen soll, ist derzeit noch völlig offen: “Wir entwickeln das mit den BürgerInnen. Sie tragen die IBA. Ohne Partizipation gehts nicht”, so Groeneveld. Eine weitere Frage bezog sich auf den Leitbildprozess: Ob die IBA nicht den Prozess hindere, indem es Fakten schaffe und Kapazitäten von der Stadtverwaltung binde. Sprich, hat Vaihingen derzeit zu viele Projekte am Laufen? Die IBA sowie der Leitbildprozess könnten sich laut Eberhard Berg, SPD, nur befruchten. Sie sei ein gelebter Bürgerbeteiligungs-Prozess, sagte Ingeborg Braun-Frederick, BbV. Andrea Wagner, Bündnis 90/Die Grünen ist überzeugt, dass Leitbildprozess, IBA und Gartenschau sowie die anstehenden Projekte in Vaihingen gut verzahnt werden und strukturiert ablaufen müssen. Groeneveld betonte, dass die Stadt das Projekt IBA nicht alleine stemmen müsse, dafür gebe es zahlreiche Experten in und um die IBA, die den Prozess begleiten werden. Außerdem hätten bereits zum jetzigen Zeitpunkt Firmen und und Institute Interesse daran, Teil des Vorzeigeprojekts IBA zu sein, erklärt der Landwirt. Eine Kritik aus der Bürgerschaft war, dass nun das politische Organ, nämlich der Gemeinderat, darüber entscheiden soll, ob die IBA nach Vaihingen kommt oder nicht. Was ist mit der Bürgerschaft? Sei dies nicht der Kritikpunkt par excellence in Vaihingen, dass jede Entscheidung von “oben herab” getroffen werde? Thomas Dippel antwortete: “Wir haben die Verwaltungsspitze gebeten, Vertreter der IBA nach Vaihingen einzuladen, um die BürgerInnen zu informieren. Das wurde bisher abgelehnt”. Nun hofft er darauf, dass der Gemeinderat einen entsprechenden Antrag stellt, und die IBA sich offiziell vorstellen kann. Groeneveld ergänzt: “Sollte die Bürgerschaft das Projekt IBA nicht unterstützen, wird es auch nicht funktionieren, weil das komplette Konzept auf die Bürger ausgerichtet ist”.

Im weiteren Schritt werden die Initiatoren die Kleinglattbacher über ihr Vorhaben informieren. “Wir wünschen uns, dass jeder Bürger, der hinter der IBA-Idee steht, ein Multiplikator wird und seinen Mitmenschen davon erzählt“, so Thomas Dippel. Er hofft, dass der Gemeinderat Vertreter der IBA nach Vaihingen einlädt, um das Projekt der breiten Öffentlichkeit vorzustellen. 

Downloadbereich:

Präsentation zum IBA-Projekt ReserVoir in Kleinglattbach

Rege Teilnahme bei der Veranstaltung „IBA – kritisch hinterfragt“ am 29. August

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